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Margaret Macmillan

Peacemakers. The Paris Conference of 1919 and its Attempt to End War

London, John Murray 2001


Dieses etwas voluminös geratene Werk befasst sich mit den Pariser Verhandlungen von 1919 insgesamt. Nur ein Teil des Buches bezieht sich in vier Kapiteln auf den Nahen Osten. Diese kontextuelle Betrachtung der Region lohnt sich jedoch. So tun sich parallele Entwicklungen zu den für den Nahen Osten so schicksalhaft entscheidenden Dokumenten wie das Sykes-Picot Abkommen oder die Balfour Erklärung in anderen Weltregionen auf. Die Kriegssituation von 1915/16 trieben Frankreich und Großbritannien z.B. auch in Ost- und Südost-Europa in Verträge, in denen gute Absichten, unlösbare Widersprüche und unhaltbare Versprechen nebeneinander existierten.

Macmillans Buch bietet eine Reihe interessanter Einsichten, ganz gleich ob von einem wissenschaftlichen oder populären Standpunkt aus gesehen. Ihr Schreibstil ist unumwunden klar, sowohl weltpolitische Zusammenhänge stringent schildernd als auch die tragik-komischen Episoden zwischenmenschlicher Konflikte nicht auslassend.

Die Leserschaft erfährt z.B. wie König Feisal, der höchste arabische Vertreter in Paris 1919, von den Alliierten ob seiner Forderungen schlicht ausgelacht wurde, wie Lawrence von Arabien gegenüber Lloyd George und Clemenceau wahnsinnig wütend wurde oder wie die italienischen Unterhändler vergebens versuchten, die palästinensischen Häfen von Akko und Haifa unter ihre Kontrolle zu bringen.

Balfours Reise in die Region im Jahre 1925 hingegen ist exemplarisch ein Meisterstück politischer Arroganz gepaart mit Ignoranz. Die Art, mit der er seine arabischen Kritiker nicht zur Kenntnis nahm, fand später und findet bis heute seine Nachahmer. Die Propagandisten der gegenwärtig viel diskutierten ‘road map’ der amerikanischen Regierung unter George W. Bush bieten sich als Erben an.

Macmillans Arbeit behandelt zwar ein historisches Ereignis, das das 20. Jahrhundert im Wesentlichen beeinflussen sollte, es ist jedoch teils unvermeidlich, ihre Ausführungen parallel zu den jüngsten Ereignissen im Nahen Osten zu lesen.

Carl Sunbourg

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Falls Sie die Fußnoten im Buch vermissen, die finden Sie on-line unter: [www.johnmurray.co.uk]
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