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Edgware Road Umsteigen Bitte
Vorschlag für einen Dokumentarfilm
CS
Abstract
In einer Welt, die erneut von vielen zunehmend in eine Freie Welt einerseits und in eine Welt des Bösen andererseits eingeteilt zu werden scheint, sind bürgerliche Rechte und Freiheiten bedroht. Aus diesem Grund ist es interessant, jene Weltbürger näher zu betrachten, die ihr zu Hause auf der anderen Seite gewählt haben. Dieser Film ergreift Partei gegen die Entmenschlichung von Anderen, indem er ein Porträt von Arabern, die in London leben, zeichnet.
Der Ort
An einem klaren Tag kann man in der Edgware Road im Londoner Westend Männer draußen im Café Al-Dar Wasserpfeifen rauchen sehen. Unter den vorm Café geparkten Limousinen findet sich ab und an ein arabisches Nummernschild.
Sollte der Besucher vom nächsten Geldautomaten Bargeld ziehen wollen, könnte er auf Schwierigkeiten stoßen, es sei denn, er hat sein Konto bei der Nationalbank von Kuwait. Besucher aus arabischen Ländern würden diese Straße ideal finden, um ihre heimatlich vertrauten Lebensmittel einzukaufen. Wenn man ein arabisches Video für den Abend ausleihen möchte, dann lässt sich das im Laden nebenan gleich erledigen.
Keine andere Gegend in London hat einen so ausgesprochen arabischen Charakter. Diese Straße ist das Prisma, durch das das arabische London sichtbar wird. Die Edgware Road ist die Hauptader von Londons arabischem Viertel.
Ladenschilder auf Arabisch sind der Standard. Ein Reisebüro bietet Stadtrundfahrten an, aber nur auf Arabisch zum besten Preis der Stadt. Die Reinigungen hängen voll mit Galabija jenem langen Gewand, das arabische Männer oft tragen.
Das Flair arabischer Lebensweise gehört hier zum Alltag. Cafés säumen die Straße, in einer Stadt ohne nennenswerte Kaffeekultur. Viele dieser Cafés sind in den süßen Wohlgeruch des mit Apfel und Honig aromatisierten Tabaks der Wasserpfeifen getaucht. Geruchsmäßig befindet sich diese Straße eher in Beirut oder Kairo.
Dennoch, mehr als das, was wir sehen können, wissen wir noch nicht. Von daher begibt sich dieser Film ins Geschehen, um hinter die Kulissen zu schauen und die Geschichten der Bewohner dieser Straße zu ergründen. Worum geht es in ihren Geschichten? Wie ist die Straße so geworden, wie sie heute ist? Wie sind die Beziehungen zwischen den dort lebenden Arabern und ihren englischen Nachbarn?
Hintergrund
Es waren römische Kolonialisten, die als erste hier eine breit angelegt Straße bauten, um zügig von ihrem kleinen muffigen Hafen in Londinium zu ihrer edlen Garnisionsstadt Edgware zu gelangen. Edgware Road ist somit eine der ältesten Straßen Englands und könnte eine Reihe interessanter Geschichten erzählen. Wie auch immer, von Interesse ist hier die Transformation, die dieser Ort in den letzten 30 Jahren erfahren hat.
Die Besiedlung der Edgware Road durch arabische Bürger begann in den 1970er Jahren. Die Straße hat sich seit dem stetig verändert und wurde mehr und mehr arabisiert. Diese Veränderung steht im Zusammenhang mit dem neueren Wandel in der arabischen Welt.
Einer der Hauptgründe ist wahrscheinlich die Ölkrise Anfang der 70er Jahre gewesen, die für viele Araber alles andere als eine Krise war, sondern eher zu mehr Wohlstand und Mobilität geführt hat.
Kriege, wie der im Oktober 1973 (das Filmprojekt könnte den 30. Jahrestag dieses Ereignisses einbeziehen); der libanesische Bürgerkrieg (1975-91); und mehrere Golfkriege (1980er Jahre, 1991, 2003) hatten alle ihren Einfluss.
Somit haben selbst gewählte und/oder erzwungene Migrationsbewegungen Veränderungen in der Edgware Road verursacht. Der Einfluß von arabischem Kapital, das aus dem lukrtiver gewordenen Ölhandel erwirtschaftet wurde, ist ebenso wie die Umsiedlung einiger Teile der arabischen Medien-, Unterhaltungs- und Serviceindustriezweige eine Ursache für die Wandlung auf dem Wohnungs- und Grundstücksmarkt in und um die Edgware Road herum.
Was erklärt aber neben Kriegen, Menschenrechtsverletzungen und Handel den Wandel dieser Straße? In der Literatur über London kann man kaum etwas zur Edgware Road finden, das über die U-Bahn Station Edgware Road hinausführt. Die umliegenden Nachbarschaften von Paddington, Mayfair, Oxford Street und Hyde Park stoßen oft auf mehr Interesse. Somit würde der Film einen höchst informativen Beitrag leisten und diese Lücke füllen.
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