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Politikberatung in Israel und deren Einfluß auf die NahostpolitikCarl SunbourgBereits im Altertum ersuchten Herrscher ausgewählte Persönlichkeiten in politischen Angelegenheiten um Rat. Institutionalisierte Politikberatung ist vor allem eine moderne Erscheinung, die erst infolge des Zweiten Weltkrieges aufkam. Politik beratende Organisationen befaßten sich ab den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts zunehmend mit komplexen politischen Konflikten, inklusive derer im Nahen und Mittleren Osten. Institutionalisierte Politikberatung ist einerseits zwischen der Sphäre wissenschaftlichen Forschens mittels der Methoden der Geistes- und Sozialwissenschaften und andererseits den Erfordernissen zum Handeln in der politischen Arena angesiedelt. Die spezifischen Charakteristika dieser Konstellation hängen vom politischen System ab, das bekanntlich von Staat zu Staat unterschiedlich ist. Politik beratende Institute lassen sich grundlegend in zwei Formen unterteilen, jene, die innerhalb des Regierungsapparats wirken, und jene, die außerhalb dessen tätig sind. Diese Institute analysieren und evaluieren verschiedene Politikbereiche. Wenn wichtige politische Entscheidungen getroffen werden müssen, dann werden sie zu Politikunternehmen und Risikoprofis, die sich für neue Herangehensweisen einsetzen, Vorschläge entwickeln, Problem benennen und abgrenzen sowie Alternativen aufzeigen. Darüber hinaus propagieren die Vertreter dieser Institute ihre Ansichten gegenüber verschiedenen politischen Akteuren, sie mobilisieren die öffentliche Meinung und helfen dabei die Tagesordnungspunkte bezüglich zu treffender Entscheidungen zu formulieren. das Jaffee Center for Strategic Studies und das Moshe Dayan Center for Middle Eastern and African Studies; in Jerusalem: das Harry S, Truman Research das Leonard Davis Institute for International Relations; sowie in Ramat Gan: das Begin-Sadat Center for Strategic Studies. Der Handlungsrahmen dieser Zentren ist im wesentlichen von den Besonderheiten des israelischen politischen Systems bestimmt. Zu diesen gehören im Groben der übergeordnete geopolitische Rahmen des Nahen und Mittleren Ostens, die Geschichte der verschiedenen arabisch-israelischen Kriege und deren Folgen, ein spezifisch israelisches sicherheitspolitisches Verständnis, die sozialen Veränderungen infolge des Übergangs von einer kollektivistisch orientierten Pionier- zu einer zunehmend individualsitisch geprägten liberalen Gesellschaft, und der Wechsel von einem Einparteien- zu einem fragmentierten Parteiensystem. Politikberatende Institutionen tragen indirekt zu solchen Veränderungen bei und zur gleichen Zeit gehören sie zu den Ergebnissen sozialer Neuerungen. |
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Das ist die Zusammenfassung des Artikels, der in ORIENT. Zeitschrift des Deutschen Orient-Instituts, Hamburg, Jg. 41, Heft 1, März 2000, S. 39-63. vollständig erschienen ist.
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